ULAANBAATAR UND UMGEBUNG

Fast 90 Prozent der Touristen, die in die Mongolei kommen, besuchen Ulaanbaatar, die Hauptstadt des Landes. Hier wohnen 40 Prozent der Bevölkerung. Ulaanbaatar entwickelt sich rasant und verändert sich ständig. Dabei bietet die Stadt eine aufregende Kulturszene, die Folklore, Klassik und Moderne umfasst. Theater, Museen, Galerien, Geschäfte, Clubs und Parks zählen zu den beliebtesten Orten der Stadtbesucher und der jugendlichen Einwohner. Die Gastronomie in Ulaanbaatar wird Sie lebhaft daran erinnern, dass hier Orient und Okzident aufeinandertreffen.

Auch historisch gesehen ist Ulaanbaatar eine interessante Adresse. Der Weidenwald am Fluss Tuul wurde an einigen Stellen der Geheimen Geschichte der Mongolen, einem Werk über die mongolische Geschichte aus dem 13. Jahrhundert, erwähnt. Es heißt, dass ein junger Temuujin (der spätere Dschingis Khan) diese Gegend besuchte, um Van Khan Tooril erstmals um militärische Hilfe zu bitten, als seine Frau Borte von Stammesmitgliedern der Merkiten entführt wurde. Überreste eines Gebäudes, das der Palast von Van Khan Tooril gewesen sein könnte, befinden sich im Stadtteil Khan Uul und sind noch nicht vollständig erforscht.

Ulaanbaatar war immer schon eine Nomadenstadt und außerdem der Heimatort von Bogd Khan Jebtsundamba Khutukhtu, dem letzten religiösen und Staatsführer der Mongolei. Bevor die Stadt ihren heutigen Namen erhielt, wurde sie über die verschiedenen Epochen ihrer interessanten Geschichte hinweg ganz unterschiedlich bezeichnet. All das können Sie im Stadtmuseum von Ulaanbaatar, dem Winterpalast von Bogd Khan (heute ebenfalls ein Museum) und dem Tschoidschin Lama-Tempel-Museum (in dem der Bruder von Bogd Khan residierte) erkunden.

Das Gandan-Kloster ist eine der Kulturerbestätten von Ulaanbaatar, in der Sie Zeuge der täglichen religiösen Rituale werden können. Buddhistische, schamanistische sowie andere religiöse und Gebetszeremonien finden auch an vielen anderen Orten in Ulaanbaatar statt. Dabei wurde in der Mongolei schon immer religiöse Toleranz praktiziert.

Auch Besucher, die nur für eine kurze Geschäftsreise in die Hauptstadt kommen, müssen sich die aufregenden ländlichen Erlebnisse der Mongolei nicht entgehen lassen. Dafür genügt ein Ausflug in die Umgebung von Ulaanbaatar. Pferderennen kann man in Ulaanbaatar in der nomadischen Freiluftanlage Hui Doloon Hudag beiwohnen. Während des Naadam, des Nationalfestes der Mongolei, verwandelt sich diese verlassene Steppenlandschaft in eine quirlige Zeltstadt, in der sich alles um die Tausenden erwachsenen und jungen Reiter dreht, die dort zusammenkommen. Dabei bietet diese temporäre Stadt alle notwendigen Servicedienstleistungen und kulturellen Shows für die Zuschauer des Naadam. Nach dem Ende des Nationalfestes verschwindet sie allerdings wieder genau so schnell, wie sie aufgebaut wurde. Wie durch Geisterhand wird Hui Doloon Hudag dann wieder zu offener Grassteppe. Auch das ist Teil der nomadischen Seele vonUlaanbaatar. Auf dem Hui Doloon Hudag-Gelände darf übrigens jeder Festivals und Veranstaltungen organisieren. Die zur Stadt gehörende Mongol Naadam Company verwaltet diese Freifläche.

Weitere Outdoor-Highlights befinden sich in einem Umkreis von 20 bis 50 Kilometern um Ulaanbaatar. Die bekanntesten sind der Gorchi-Tereldsch-Nationalpark (in dem es zahlreiche Touristencamps und weitere Attraktionen gibt) und das Kloster Mandschir Chiid. Weitere Camps befinden sich westlich, nördlich und südwestlich der Stadt und sind in weniger als zwei Stunden Fahrt zu erreichen.

Eine berühmte Tagestour von Ulaanbaatar aus ist ein Besuch des riesigen Dschingis-Khan-Monuments in Tsonjin Boldog. Dieses Stahldenkmal des reitenden Dschingis Khan wird oft in Fernsehberichten über die Mongolei gezeigt. Ein Besuch der Statue von einem Hotel im Stadtzentrum aus dauert acht bis zehn Stunden, einschließlich der Besichtigung des eindrucksvollen Museums im Sockel des Monuments. 

DAS ORCHON-TAL

Das Orchon-Tal ist eine berühmte Steppenlandschaft, die sich über acht Sums (so heißen die Gemeinden der Mongolei) in den zwei Aimags (Provinzen) Öwörchangai und Archangai erstreckt. Sie erreichen das Tal über eine asphaltierte Straße mit dem Bus oder dem Auto. Von den bedeutendsten Städten im Orchon-Tal aus führen Sie dann kürzere, nicht asphaltierte Straßen mitten in das Herz der Nomadenkultur hinein.

Die Menschen in diesem Tal leben noch getreu der Nomadentradition und zahlreiche immaterielle Kulturstätten dieser Gemeinde werden im Orchon-Tal für die nachfolgenden Generationen erhalten. Das Tal und das Kulturgut der Umgebung wurden von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbestätten aufgenommen. Die Tourismusbranche im Orchon-Tal berücksichtigt bei ihrer Entwicklung die Verletzlichkeit des nomadischen Erbes und der dortigen Umwelt sowie den historischen und kulturellen Wert des gesamten Gebietes. Bei der Verbesserung des Tourismusangebots bleibt die Industrie dem nomadischen Lebensstil treu und achtet stets darauf, das bedeutende kulturelle Erbe des Tals zu schützen.

Im Orchon-Tal befinden sich Hunderte archäologische Stätten. Von vorzeitlichen Steinmalereien bis zu Klostern, von der ersten Schriftüberlieferung in der Geschichte der Turkvölker bis zu den Ruinen des Uiguren-Palastes, von den Ruinen der Hauptstadt des einstigen Mongolischen Reiches bis zum Tempel des Dsanabadsar, in dem er sich der Kunst widmete – die Einwohner des Tales ehren und schützen noch heute ihr nomadisches Erbe, ebenso wie das Erbe aller vergangenen Nomadenstämme und Reiche, die einst die Mongolei beherrschten.

Nicht zuletzt weil im Orchon-Tal auch Tausende Hirten arbeiten, ist es ratsam, diese Welterbestätte mit einem Reiseunternehmen zu erkunden, um das empfindliche Gefüge in der Steppe nicht zu stören..

Die Natur im Orchon-Tal ist atemberaubend und bietet zahlreiche beeindruckende Fotomotive, wie den Orchon-Fluss mit seinen spitzsteinigen Uferlinien, einem Wasserfall, Schluchten und prähistorischen Felszeichnungen direkt am Ufer. Der Anblick des Tals wird von Steppenlandschaft dominiert, aber an einigen Stellen überraschen Berge, Felsen und Wälder. Im gesamten Gebiet warten nomadische Aktivitäten und Tagestouren auf Sie, darunter Wanderungen und Ausritte in nahegelegene, unberührte Täler und Wälder, in denen Sie schon einmal einer Herde grasender Yaks über den Weg laufen können.

DIE WÜSTE GOBI

Obwohl das Gobi-Gebiet rein landschaftlich und klimatisch als Wüste gilt, ist es doch so viel mehr als das. Hier finden Sie auch Felsen und Berge, seltene Bäume und Blumen sowie äußerst seltene Vögel und Wildtiere. Die Wüste Gobi bietet wertvolle wissenschaftliche Informationen – berühmte paläontologische Funde dieser Gegend umfassen das erste entdeckte Dinosaurierei sowie den ersten Tarbosaurus-Fund. In der heutigen Mongolei ist Gobi eine starke Wirtschaftsregion, die dem Staatshaushalt große Summen einbringt: Der Großteil der mongolischen Kohle- und Kupferexporte werden im Gobi-Gebiet abgebaut, während der Hauptteil der Wüste unberührt und atemberaubend schön bleibt.

Die wichtigsten Städte im Gobi-Gebiet erreichen Sie leicht mit dem Flugzeug oder über asphaltierte Straßen.

Gobi ist ein riesiges Gebiet, das sich über Teile von 8 der insgesamt 21 mongolischen Aimags erstreckt. Ein Großteil von Gobi ist staatlich geschütztes Gebiet. So sind über 90 Prozent des Gobi-Altai-Aimags streng geschützt, da dort seltene Wildtiere wie Schneeleoparden, wilde Kamele, wilde Schafe, Wildesel, Steinböcke, Riesenwildschafe (Argali) und der Gobibär sowie viele seltene Vogelarten vorkommen.

Wenn Sie sich für einen Ausflug in die nomadischen und unbesiedelten Teile Gobis entscheiden, sollten Sie sich schon vorher auf eine andere Maßeinheit einstellen, die Gobis: Während „nah“ in Ihrem normalen Alltag bedeutet, dass Sie zu Fuß 15 Minuten dorthin brauchen, sind damit in Gobi Entfernungen von 20 bis 30 Kilometern gemeint.

Das Trampeltier ist das Tier, dem Sie in Gobi am häufigsten begegnen werden und Sie werden zahlreiche Gelegenheiten haben, sie in ihren erstaunlich vornehmen Posen zu fotografieren. Natürlich können Sie hier auch vielerorts auf Kamelen reiten.

Wir empfehlen Ihnen dringend, einen offiziellen Fremdenführer sowie ein Reiseunternehmen zu beauftragen, wenn Sie Gobi besuchen, da es nicht einfach ist, sich in diesem Gebiet zurechtzufinden. Dafür stehen Ihnen in ganz Gobi zahlreiche lizenzierte Touristikunternehmen zur Verfügung. Für welche Ecke von Gobi Sie sich auch entscheiden, Sie werden bei den traumhaften Panoramaausblicken gar nicht anders können, als sich zu entspannen.

Sie sollten außerdem darauf achten, einen routinierten Fahrer direkt aus der Gegend oder von einem Tourismusunternehmen zu beauftragen. Für Fahrer, die nicht aus Gobi selbst kommen, ist es wegen der irreführenden Luftspiegelungen schwierig, dort zu fahren.

DER SEE CHÖWSGÖL NUUR, DAS DARKHAD-TAL UND DAS VOLK DER TSAATAN

Einige berühmte Reiseziele der Mongolei befinden sich im Chöwsgöl-Aimag im äußersten Norden des Landes. Der See Chöwsgöl Nuur ist der größte unberührte Süßwassersee der Mongolei und der Bruder des Baikalsees, der auf der anderen Seite der Grenze in Sibirien liegt. Im Nationalpark rund um den See gibt es zahlreiche Touristencamps, ebenso wie in den Städten Khatgal und Khanh. Die Region mit ihren hohen, schneebedeckten Bergen, wunderschönen Seen und weiten Kiefern- und Tannenwäldern ist auch bekannt als „die Schweiz der Mongolei“.

Vor 1990 waren in dem Gebiet rund um den See eine Wollreinigungsfabrik sowie Logistikwerke zum Import von Rohbenzin und für dessen Weitertransport über den Wasserweg angesiedelt. Als der See 1993 streng geschütztes Nationalparksgebiet wurde, mussten sämtliche Industriebetriebe wegziehen, was die Städte Khatgal und Khanh fast in den Ruin getrieben hätte.

Dank der Tourismusindustrie konnten die Einwohner von Khatgal und Khanh aber in ihren Städten bleiben. Zum lokalen Erbe dieser Region gehört der Schamanismus. Die Menschen in Chöwsgöl verehren die Natur sowie die schamanistische Kultur, die in diesem Gebiet noch am stärksten aufrechterhalten wird. Hier gibt es zahlreiche Tourencamps und von der Stadt Muren, in der es auch einen Flughafen gibt, führt eine asphaltierte Straße zum See.

An der Westseite des Sees Chöwsgöl Nuur liegen die schroffen Gipfel der Khoridol-Saridag-Gebirgskette, im Osten der dichte Wald der Soyon-Berge. Der See ist überwältigend schön und sein Wasser so klar, dass die Einheimischen direkt aus ihm trinken.

Gegenüber der Khoridol-Saridag-Gebirgskette liegt das Darkhad-Tal. Die Reise durch das Tal bis zur Tsaatan-Gemeinde (ein Volk von Rentierhirten) am nördlichen Ende ist ein wahrlich unvergessliches Erlebnis. Bestaunen Sie die berühmten weißen Pferde des Darkhad-Tals sowie Yaks und die Rentierherden der Tsaatan. Und nutzen Sie den Besuch bei den Tsaatan, um selbst einmal auf einem Rentier zu reiten!

Mit ihren hohen Bergen, den vielen Wäldern, Flüssen und Seen werden sich Abenteuerreisende in dieser Region wie im Himmel fühlen. Für Einheimische ist Ende August die beste Zeit im Jahr gekommen, wenn in den Wäldern im Tal zahlreiche Beerensorten reif sind. Sollten auch Sie in der Beerensaison hierher kommen, probieren Sie unbedingt diese frisch gepflückten Köstlichkeiten! In der Saison sind die Einwohner des Darkhad-Tals wählerisch und verschmähen selbst Beeren, die älter als einen Tag sind.

DER HUSTAI-NATIONALPARK

Der Hustai-Nationalpark liegt 100 Kilometer westlich von Ulaanbaatar. Er wurde vor 20 Jahren für eine einzige Pferderasse geschaffen: die Takhi, die mongolischen Wildpferde. Takhi heißt übersetzt so viel wie „verehrungswürdig“. Die wissenschaftliche Bezeichnung für die Takhi ist Przewalski-Pferd, benannt nach dem Mann, der diese Tierart erstmals wissenschaftlich beschrieben hatte, als er sich im späten 19. Jahrhundert zu Forschungszwecken in der Mongolei aufhielt.

In den 1960ern starben die Takhi in der Mongolei aus. Überlebt hat diese Art allerdings in europäischen Zoos. Als der Hustai-Nationalpark seinen Betrieb aufnahm, beherbergte er nur wenige Pferde, die aus einem niederländischen Zoo eingeführt worden waren. Heute gibt es in der Mongolei dank des Nationalparks wieder über 300 Takhi. Und der im Park geschützte Wildtierbestand wächst stetig. Als Ulaanbaatar immer größer und auch wildes Gebiet urbanisiert wurde, haben Wölfe, Rotwild (Elche), Füchse, Murmeltiere, Luchse und viele andere einheimische Tier- und Vogelarten ein sicheres Zuhause im Hustai-Nationalpark gefunden.

Der Nationalpark ist eines der Hauptgebiete, in denen einheimische Hirten ihr Weideland friedlich mit wilden Tieren teilen müssen. Ein weiteres solches Gebiet befindet sich im Altai-Hochgebirge, in dem die Hirten keine Schneeleoparden töten dürfen, auch wenn diese Raubkatzen das ein oder andere Herdentier reißen. In dieser Region nehmen die Hirten dieses Risiko durch zu nahes Weiden in Kauf.

Im Hustai-Gebirge spielt die Wildtierbeobachtung eine wichtige Rolle für die lokale Wirtschaft und den Umweltschutz und wiegt damit den gelegentlichen Verlust eines Herdentieres auf. Die Beobachtung der Takhi ist bei Touristen sehr beliebt, in allen Jahreszeiten außer im Frühling. Denn wenn im Frühjahr die Takhi-Fohlen geboren werden und die Wölfe des Gebietes auf Jungtierjagd gehen, verhält sich die Takhi-Herde besitzergreifend und aggressiv. Im Sommer ist das Leben der Takhi dagegen viel friedlicher. Am schönsten sehen die Takhi und das Wild im Hustai-Gebirge allerdings im Winter aus – dann können Sie spektakuläre Aussichten mit blauem Himmel, schneebedeckten Hügeln und wohlgenährten, dickfelligen Takhi sowie Herden majestätischer Elche mit vollem Geweih genießen.

Ein Ausflug in das Hustai-Gebirge ist in fast allen Tourpaketen der größten mongolischen Reiseunternehmen enthalten. Die Nationalparkverwaltung und nichtstaatliche Umweltorganisationen im Hustai-Gebiet empfehlen Touristen, nur im Rahmen von organisierten Gruppen registrierter Tourismusunternehmen zu reisen, damit sie die Natur in den unbeaufsichtigten Bereichen nicht stören. Der Hustai-Nationalpark ist außerdem ein wichtiges Gebiet zur wissenschaftlichen Erforschung der Fauna und Flora in gebirgigen Steppen.

DER BAJAN-ÖLGII-AIMAG UND DIE KASACHISCHE GEMEINDE

Als die mongolische Ornithologengesellschaft mithilfe einer Umfrage den Nationalvogel des Landes bestimmen wollte, sprachen sich die meisten Teilnehmer aus dem Bajan-Ölgii-Aimag für den Adler aus. Und obwohl letztlich 95 Prozent des Endergebnisses auf den Sakerfalken entfielen, bleibt der Adler eine der Berühmtheiten der mongolischen Tourismusbranche, vor allem im Bajan-Ölgii-Aimag.

Den Bajan-Ölgii-Aimag bereisen Touristen, um eine ganz andere Seite der Mongolei kennenzulernen: die kasachische Kultur, den Lebensstil der Kasachen, Adlerfestivals und die Kultur der Adlerabrichtung. In diesem Aimag leben außerdem viele Angehörige der Volksgruppen Durved, Uriankhai und Tuva und zahlreiche Kulturerbestätten werden hier gepflegt und bewahrt.

Der Aimag wird bestimmt durch das spektakuläre Altai-Hochgebirge und wunderschöne Schluchten, die einst von Gletschern geformt wurden. Die Entwicklung des Tourismus befindet sich hier noch ganz am Anfang und die meisten Touristen, die in den Aimag kommen, wollen den Gipfel des Tawan Bogd erklimmen sowie die berühmten Gletscherflüsse bestaunen, die langsam von den Bergspitzen hinunter in die grünen Täler fließen.

Mit seiner rauen Schönheit hat der Bajan-Ölgii-Aimag seit jeher Künstler, Fotografen, Filmemacher, Bergsteiger und Abenteuerreisende angezogen. Dank neuer asphaltierte Straßen und Flüge in die Stadt Ölgii wird der Aimag nun nach und nach auch für andere Reisende erschlossen. Die Einheimischen sind, wie auch in anderen nomadischen Gemeinden der Mongolei, sehr gastfreundlich. Zahlreiche Tourismusunternehmen bringen Sie in diese abgelegene, aber äußerst faszinierende Region.

Für die schönsten Adlerfotos reisen Sie von Oktober bis Anfang November nach Bajan-Ölgii. Denn in dieser Zeit, kurz bevor ihre Beutetiere den Winterschlaf beginnen, sind die Adler nicht nur am schnellsten, sondern präsentieren auch ihr schönstes Federkleid und ihre allerbesten Jagdfertigkeiten. Dementsprechend veranstalten die Kasachen auch die besten lokalen Feste im Oktober. Auch der 22. März ist ein wichtiges Datum für die kasachische Gemeinde – am sogenannten Nauriz-Tag wird der Frühlingsbeginn gefeiert.

DIE MONGOLISCHE STEPPE

Die mongolische Steppe ist ein beliebtes Reiseziel für Vogel- und Wildtierbeobachter, Astronomiefans und alle, die den grenzenlosen Himmel, herrliche Panoramaaussichten und eine friedliche Umgebung lieben. Großstädter kommen hierher, um den schier unendlichen Horizont zu genießen. Sich einfach in das Gras zu legen, die Arme auszubreiten, die Augen zu schließen und dem Gezwitscher – nein, nicht dem virtuellen Gezwitscher über Twitter – von echten Steppenvögeln zu lauschen, das ist eine der beliebtesten „Aktivitäten“ von Reisenden in der mongolischen Steppe. 

Die mongolische Steppe ist das weltweit größte Wildreservat auf Steppengebiet. In der offenen Steppe in den Dornod- und Süchbaatar-Aimags leben Millionen Gazellen und Tausende anderer Tiere, darunter Füchse und Wölfe.

Auch Pferdeliebhaber kommen in der Steppe ganz auf ihre Kosten. Die Pferde der Steppe sind nicht nur die schnellsten, sondern auch die aufmerksamsten. Deswegen sind es auch immer die östlichen Gemeinden des Landes, die die besten Wettstreiter zum Naadam-Nationalfest in Ulaanbaatar mitbringen. Die Steppe ist außerdem die mongolische Region mit den meisten „menschlichen Steinen“. Diese archäologischen Funde stammen von den Nomaden und wurden entweder als Denkmäler für Stammesführer aufgestellt oder um einen bestimmten Erfolg zu feiern. Die meisten dieser Steine stammen aus der Zeit zwischen dem 3. und dem 14. Jahrhundert.

Die mongolische Steppe ist außerdem berühmt für ihre kleinen Seen, an denen sich im Frühjahr und Herbst Tausende Zugvögel versammeln. Einer von ihnen, der Ganga-See im Süchbaatar-Aimag, wird Schwanensee genannt. Am Ganga-See kommen jedes Jahr 10.000 Schwäne zusammen, um ihre Jungen zu trainieren, bevor sie sich auf den weiten Flug über China und den Himalaya nach Südindien machen.

Der Ganga ist der südlichste See in der Mongolei und für die Schwäne der sicherste Ort für das Jungtiertraining, denn die Mongolen jagen keine Vögel. Sie würden ein Nest oder die Eier von Wildvögeln noch nicht einmal berühren. Wenn die Vögel, die aus Sibirien und der Mongolei zusammengekommen sind, mit ihrem Training am Ganga-See fertig sind, fliegen sie alle gemeinsam am selben Morgen los. Die Einheimischen erzählen sich das traurige Schicksal dieser Schwäne: Jeden Herbst fliegen hier so viele Tausende los. Aber im Frühjahr kommt nur die Hälfte von ihnen zurück. Da es in anderen Ländern üblich ist, Schwäne zu jagen, wird ihre Anzahl auf dem Weg in die Mongolei und zurück jedes Jahr reduziert.

Um auf das Problem aufmerksam zu machen, hat der Süchbaatar-Aimag den Schwan zum Aimag-Vogel erkoren. Vogelbeobachter aus dem In- und Ausland appellieren an ihre Mitmenschen, die Schwäne überall zu schützen. Darüber hinaus beabsichtigen die mongolische Staatsoper und das mongolische Staatsballett, Tschaikowskis Schwanensee am Ganga aufzuführen. Der Termin soll bald vom Süchbaatar-Aimag bekanntgegeben werden.

Da die mongolische Steppe schlichtweg riesengroß ist, ist es nicht nur für die Reisenden selbst gefährlich, alleine unterwegs zu sein. Alleinreisende können auch die Brandgefahr erhöhen. Schnelles Fahren ist auf dem Grasland der Steppe verboten, da die starke Reibung mit dem Gras Feuer verursachen kann. Wir empfehlen Ihnen deshalb dringend, dieses Ziel zusammen mit einem Touristikunternehmen zu bereisen.

DIE HEILIGEN BERGE

In vorzeitlichen nomadischen Gemeinschaften, Stämmen und Reichen ist es Tradition, die höchsten und wichtigsten Berge einer Region zu verehren. Diese Verehrung umfasst nicht nur offizielle Zeremonien und ein Naadam-Fest, sondern trägt auch dazu bei, dass der jeweilige Berg dauerhaft geschützt wird. Der Verehrungskult wichtiger Berge hat dabei geholfen, die gesamten Ökosysteme um die heiligen Berge herum zu erhalten mit dem wohl wichtigsten Effekt, dass die Wasserquellen für die Nomaden sauber und rein geblieben sind.

Die meisten Flüsse, die durch die Mongolei führen und die nomadischen Gemeinde und Städte mit Wasser versorgen, fließen von wenigen wichtigen Bergen und aus den Seen, die von diesen Bergen umgeben werden. Ein weiterer Grund für die Verehrung von Bergen kann ein spezifisches, lokales Anliegen sein. Werden in der Umgebung von wichtigen Bergen Gold-, Silber-, Diamanten-, Kohle- oder andere mineralische Vorräte gefunden, bestehen die Menschen darauf, die Berge weiter verehren zu können. So schützen sie die Wasserquellen vor Gefahren, die von der Förderung solcher Rohstoffe ausgehen. Eine offizielle Liste der verehrten Berge gibt es beim Staatspräsidenten oder bei den Gemeinderäten (für Verehrungen, die auf lokaler Ebene stattfinden).

Auf nationaler Ebene gibt es zehn heilige Berge, denen dieser Status vom mongolischen Präsidenten zugesprochen wurde:

 

  1. Bogd Khan (Raum Ulaanbaatar)
  2. Burchan Chaldun (Chentii-Aimag und Töw-Aimag)
  3. Otgon Tenger Uul (Dsawchan-Aimag)
  4. Dari Ovoo in Dariganga (Süchbaatar-Aimag)
  5. Tawan Bogd (Bajan-Ölgii-Aimag)
  6. Altankhuhii (Chowd-Aimag)
  7. Suvarga Khairhan (Archangai-Aimag)
  8. Khan Khökhii (Uws-Aimag)
  9. Gobi Gurwan Saichan (Gobi-Altai-Aimag)
  10. Sutai Khairhan (Chowd-Aimag)

Für jeden dieser Berge findet etwa alle vier Jahre eine offizielle Verehrungszeremonie statt. Touristen dürfen an diesen Feierlichkeiten nicht teilnehmen, denn sie sind laut Protokoll nur wenigen Menschen vorbehalten. Nach den Zeremonien werden kleine Naadam-Feste organisiert, die für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Einheimischen verehren die heiligen Berge seit Jahrhunderten und deshalb raten wir Touristen, die in die Nähe der oben genannten heiligen Stätten reisen, ganz besonders darauf zu achten, die religiösen Gefühle der Menschen vor Ort nicht zu verletzen.

Um sicherzugehen, dass alle lokalen Meidungsgebote eingehalten und die ausgeübten Verehrungen der Einheimischen akzeptiert werden, raten wir Touristen dringend, mit einem mongolischen Reiseunternehmen oder einem Unternehmen mit mongolischer Beteiligung in die nationalen heiligen Stätte zu fahren.

VERANSTALTUNGSORTE FÜR FESTIVALS UND ANDERE EREIGNISSE